In England gibt‘s nicht nur London

Wenn man an England denkt, dann schießen bei vielen die Bilder von roten Telefonzellen, Doppeldeckerbussen, Tea, die Queen, Fish and Chips und London in den Kopf. Aber England hat so viel mehr zu bieten, wie zum Beispiel Leeds, die Haupstadt Yorkshires oder wie die Engländer zu sagen pflegen „Gods own county“! Und diese Bezeichnung verdient diese Region Englands ganz zu Recht, denn atemberaubende Landschaften, ein riesiges kulturelles Angebot, sowie ein unschlagbares Nachtleben machen vor allem Leeds und Umgebung unwiderstehbar.

Für alle diejenigen, welche demnächst einen England Urlaub planen, würde ich Leeds ans Herz legen. Anbei gebe ich euch ein paar Geheimtipps mit auf den Weg. Denn wie ein schönes Englisches Sprichwort sagt „When in Rome, do as the Romans would do“, sprich um ein Land kennenzulernen ist es ratsam an Orte zu gehen, wo Einheimische sich aufhalten, um es von seiner wahren Seite sehen.

Ein Besuch im Howard Assembly Room, welcher sich in einem prachtvollen viktorianischen Gebäude mitten im Zentrum von Leeds befindet, ist ein Muss für jeden Kulturliebhaber. Hier finden unglaublich viele verschiedene Veranstaltungen statt, von kleinen Opernaufführungen, über visuelle Künste, Arts Performances und Lichtinstallationen bis hin zu Jazzvorführungen und das Beste daran: zu einem erschwinglichem Preis (meist nicht mehr als 15 Pfund!). Manche Vorstellungen werden sogar kostenlos angeboten.

Ein ganz besonderes Highlight im Jahr bietet die „Light Night“, hier erstrahlt Leeds in seinen schönsten Farben. An mehr als 50 Orten in der Stadt finden Kunst Installationen, Ausstellungen, Art Performances und Live Musik statt. An diesem Tag verwandelt sich Leeds in ein illuminiertes Traumland. Alles kostenlos und absolut beeindruckend.

Für die Fashionistas unter euch ist Leeds ein Schlaraffenland der Mode. Hier gibt es wirklich alles was das Herz begehrt. Egal ob High Street, Retro oder Second Hand. Laut dem dem “Rough Guide to Britain” ist  Shopping in Leeds, eine von den 30 „things to do“, die man tun muss, wenn man in England ist. Und wenn man erst mal einen Schritt in die riesige Fußgängerzone gesetzt hat, dann wird auch jedem schnell bewusst wieso.

Abgesehen von London, gibt es in Leeds die meisten denkmalgeschützen Gebäude und viele Shops haben sich genau in diesen niedergelassen, wie beispielsweise im Viktoria Quarter, das schönste Shopping Centre von Leeds.
Das besonders Schöne an Briggate, der Hauptfußgänger Zone Leeds, sind neben den historischen Gebäuden, die Straßenkünstler. Vor allem die Sänger stechen hier mit ihrem atemberaubenden Talent hervor. Egal zu welcher Jahreszeit man über die Briggate flaniert, schaffen sie es, absolut wetterunabhängig, einem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Hier lohnt es sich wirklich auch einmal stehen zu bleiben und ihnen zuzuhören.

Was die englische Cousine betrifft, so sind viele Vorurteile im Umlauf, die nur bedingt der Wahrheit entsprechen. Natürlich lieben Engländer ihr „English breakfast“, allerdings nicht jeden Tag, sondern vielleicht mal am Wochenende. Tee trinken sie auch. Und zwar literweise. Fish and Chips? Ja auch ohne das können nur die wenigsten Engländer leben (die besten gibt es übrigens im Leedser Stadtteil Headingley bei Brett’s Fish Restaurant).
Was viele jedoch nicht wissen ist, dass die Englische Küche sehr stark von Englands kolonialer Vergangenheit geprägt ist. Vor allem der indische Touch ist auf dem englischen Speiseplan kaum zu übersehen. „Chicken Tikka Masala“ ist mittlerweile schon zu einem typischen englischen Nationalgericht geworden. Um das Beste Chicken Tikka Masala zu genießen sollte man auf jeden Fall dem Restaurant Akbar’s einen Besuch abstatten. Typisch Yorkshire ist übrigens der Yorkshire Pudding. Nein das ist kein Nachtisch, sondern vielmehr eine herzhafte Beilage, wessen Masse aus Milch, Eiern, Mehl und Fett zusammengerührt wird und sich im Ofen zu krapfenartigen Gebilden ausdehnt. Die Yorkshire Puddings sind ein essentieller Bestandteil des Sunday Roasts, ein Gericht, welches traditionell, vor allem in Yorkshire seiner Geburtstätte,  an Sonntagen gegessen wird. Roast Beef, Gemüse, Yorkshire Pudding und viel Sauce.
Eine Tradition, die schmeckt. Was bei uns in Deutschland also die Klöße sind, sind in England die Yorkshire Puddings. Auch beim englischen Starkoch Jamie Oliver schlägt geht beim Gedanken an diese sein Herz auf.  Hier ist ein Video von ihm, beim Besuch eines typischen Yorkshire Pubs in Wakefield (nur wenige Kilometer von Leeds entfernt), auf der Suche nach dem Besten Yorkshire Pudding Koch!

Alle, die gerne ihre Wanderschuhe auspacke und von Natur nicht genug bekommen können, sind in Yorkshire perfekt aufgeheben. Mit dem Auto ist man innerhalb von 40 Minuten im Yorkshire Dales National Park. Hier kann man also drüber nachdenken sich für eine Tag vielleicht ein Auto zu mieten. Wer mit dem Linksverkehr seine Schwierigkeiten hat, der kann um auf Nummer sicher zu gehen eine extra Mietwagen Versicherung abschließen, bei welcher die Selbstbeteiligung (die bei Leihwagen meist zwischen 500 – 3000 € liegt!) auf null gesetzt wird, wie beispielsweise hier bei Leihwagenversicherung.de. Nach einer anstrengenden Wanderung kann man dann, wie der Engländer auch, in einem Pub entspannen. Das schöne hier: die meisten Pubs sind Wanderer-friendly und haben kein Problem mit schmutzigen Wanderschuhen. Man muss Yorkshire einfach lieben!

Gastartikel von Kathrin

492 Gedanken zu „In England gibt‘s nicht nur London

  1. Sehr gutes Artikel. Es macht neugierig und man möchte gerne Leeds besuchen :) Alle sprechen halt immer nur von London dafür England bietet so viel mehr:) Gute Artikel zu einen Travel guide.Sehr schön geschrieben weckt die immagination und beinhaltet viele hilfreiche infos! Auch für Ausländern geeignet!
    Well done!

  2. Das hört sich wirklich sehr interessant an, vorallem weil ich nächstes Jahr nach England wollte und nein, nicht nach London. Klar ist London spannend und interessant, aber ich habe mein Augenmerk auch eher auf andere Dinge der Insel gelegt ;)

    Na, mal sehen ob es etwas wird =)

    LG
    Bammü

    PS.: Echt ein schöner Gastartikel, Lob an die Autorin

  3. Der Artikel ist sehr interessant! Ich war zwar schonmal in Leeds, aber bei nächsten Beusch muss ich mir wohl mal die Geheimtipps angucken.:) Leeds zählt definitiv zu den sehenswerten Städten Englands.

  4. Sehr schöner Artikel. Besonders die Straßenkünstlern und das Essen werden sehr gut verkauft ;-) Für jemanden, der die typischen Ecken in London schon gesehen hat und nach dem wahren England Ausschau hält, ist Leeds, diesem Artikel zufolge, sicherlich eine Reise wert!

  5. Ohja, nach Yorkshire wollte ich schon immer mal hinfahren, Leeds eingeschlossen. Werde ich bestimmt auch machen, steht ganz oben im Kurs. Der Artikel macht wirklich Lust auf eine Reise nach England. Ich liebe ja England und alles was englisch ist und fahre auch jedes Jahr dorthin, die Gegend kenne ich aber überhaupt nicht, leider, leider, leider…
    So sehr ich England liebe, eine Sache mag ich nicht so sehr – die englische Küche. Klar, die indischen Einflüsse sind da. Aber warum muss ein Curry mit Pommes serviert werden. Und warum muss der leckere Pie in der Gravey (braune geschmacklose Sauce) ertränkt werden. Und kann das Essen vielleicht auch gewürzt werden, weil Gemüse ohne Gewürze hat wenig Geschmack. Naja, Gemüse ist etwas übertrieben, es gibt gematschte Erbsen zu jedem Gericht.
    Es gibt Pubs und Restaurants, wo man in England gut essen kann und wenn ich einen finde, dann gehe ich gleich mehrfach dorthin.
    England ist ein wunderschönes Stückchen Erde!!!

  6. Pingback: Japanese Fashion | Halbwizzen querbeet Japan

  7. Oh das freut mich aber, dass mein Artikel so gut ankommt bei euch :). Vielen Dank nochmal an Aiko, die mir kurzzeitig ihren Blog als Plattform für diesen zur Verfügung gestellt hat.

    Und zur englischen Küche: natürlich gibt es hier mehrere Gerichte bei denen ich den Sinn /und Geschmack) nicht verstehe, aber „mushy peas“? omnomnom…!Aber nein, mal im Ernst, ich bin damals, als ich hier hin gezogen bin auch mit gewissen Vorurteilen, was das englisch Essen betrifft, angekommen aber habe dann schnell gemerkt, dass viele Engländer auch großartig kochen, man muss ja nur einmal einen Blick in Jamie Oliver’s Kuchboch „Great Britain“ werfen. Unglaublich leckere Rezepte.

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