Projekt-52: 16 Haustür

Wenn ich durch die Stadt Dresden streife, dann sehe ich allerhand. Alte Gebäude, neue Gebäude, renovierte Häuser, verfallene Bruchbuden … und die allermeisten von diesen haben eine oder mehrere Haustüren. Eine besondere Tür, die ich zufällig durch das Abbiegen in eine Nebenstraße entdeckte, wollte ich euch zu gern zeigen.

Der Weg zu dieser Tür ist von gepflegten Bäumchen gesäumt. Und ein kleiner Rasen bestückt mit einem Sandkasten für die kleinsten Bewohner dieses Hauses befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem der Balkons. Ein großer Baum wird im Sommer wohl viel Schatten spenden. Eine Holzbank steht dabei.

Konstruktion gemütlicher Stunden. Frei von Sorgen. Frei von Ängsten. Frei von Erwartungen. Frei von Anforderungen. Frei von Stress.
Allüberkommende Gemütlichkeit. Ein Stück Paradies auf Erden. Loslösen von dem, was uns ankettet.

Es zwitschern die Vögel. Eine Hummel brummt vorbei. Das Gras liegt sich im Wind. Die Bäume kitzeln den Himmel. Und man selbst wird schwer und versinkt in den Träumen. In jenen Träumen, die man zuletzt als Kind gesehen hat.

Und all dies wird wahr, wenn man die richtige (Haus-)Tür findet. Türen sind wie Wächter, die uns von anderen Welten trennen. Und je nachdem ob sie offen oder fest geschlossen sind, betreten wir neue Welten oder wollen sie betreten, aber können nicht. Und wenn man den richtigen Schlüssel dann hat, dann offenbart sich ein geheimnisvolles Land, das zu entdecken sich lohnt.

Diese Erzählung ist auch eine kleine Anspielung auf das aktuelle Poupée-Event. Es heißt „Secret Country“ und erinnert auch an die Geschichte von Alice im Wunderland.
Wie ist es wohl wirklich, wenn man auf die beschriebene Art und Weise ein neues Land entdeckt? Ist es so, wie wenn man mit einem Flieger landet und der Flughafen metaphorisch die Tür darstellt? Sobald man das Flughafengelände verlassen hat, ist man ja in einer anderen Welt.

Was sind denn eure Gedanken dazu? (^_^)

394 Gedanken zu „Projekt-52: 16 Haustür

  1. …ja auch Haustüren laden dazu ein, die Fantasie spielen zu lassen und Möglichkeiten hinter der Tür zu erfinden…gefällt mir sehr gut, deine Geschichte und natürlich auch die Haustür…

    LG Birgitt

  2. Eine sehr schöne Überlegung… Letztlich weiß man ja nie, was hinter einer unbekannten Tür auf einen wartet. Wenn man die Welt nicht zu abgeklärt sieht, kann das doch wirklich wie eine Entdeckungstour fremder Welten sein. Ich bin immer wieder gespannt, was mich hinter einer noch nie von mir geöffneten Tür erwartet, manche Häuser haben so wunderschöne Türen und ihre Flure sind gar traurig vernachlässigt. Andere umgekehrt. Und dann öffnet einem die Tür manchmal auch den Weg in ein wahres Kleinod, wo man sich schon im Hausflur einfach wohl fühlt…

  3. dankeschön :>
    jaa, ich habe manchmal so kreative phasen in denen ich alles ausprobieren möchte. :D
    dein schreibstil gefällt mir übrigens total gut! :) wie alt bist du? wenn ich fragen darf ;)
    ich lieeeebe das gefühl, diese flugzeugtreppe herunterzugehen und den ersten blick auf die neue stadt bzw das neue land zu werfen. das lässt sich mit nichts vergleichen.
    liebe grüße!

  4. Schönes Foto und sehr schöne Gedankenspiele. Wobei mir dabei der japanische Psychohorror „Kairo“ bzw. „Pulse“ mir in den Sinn kam. Sollte der Film nicht bekannt sein, u.a. ging es auch darum, Haustüre mit rotem Klebeband zu versiegeln, als Zeichen, dass Geister sich Zugang in die Wohnung verschafft haben… >_<

    Mit Poupee hab ich übrigens vor kurzem wieder mal angefangen, mal sehen, wie lange mir das noch Spaß macht. :D

  5. Schöne kratieve Fantasyn lässt du aus deinen Gedanken erschaffen.
    Das Tehma mit der Tür hat mich kreatiev motieviert, das ich jetzt eine Türe Zeichne mitten in der Stadt wo sich hinter eine andere Welt verbiergt. xD

    Das Bild werde ich anfang des neuen Monat Online stellen. =D

    • Es ist gut möglich, dass das Haus in dieser Epoche erbaut wurde. Ich finde es ja auch interessant, wenn Häuser aus unterschiedlichen Zeiten und Epochen auf einer Straße harmonieren. Das hat auch was von Kunst ;)

  6. Pingback: Projekt-52: 17 Weggeworfen und Vergessen | Halbwizzen querbeet Japan

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